Axel Oppermann

Analyst,
Avispador

„Der Sweetspot von Microsoft Teams liegt in der Automatisierung. Alles andere ist Fugazi!“

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Jenseits des Hypes: Was kann Microsoft Teams wirklich, was nicht?

  • Microsoft hat Teams als halbfertigen Schnellschuss auf den Markt gebracht. Ziel war es, im Markt für „Team Collaborative Applications“ eine Alternative zu Slack anzubieten und diesen Markt nachhaltig zu prägen sowie die Relevanz und den Umsatz von Office 365 nachhaltig zu sichern. Durch die installierte Basis von Office 365 erzielte Microsoft Teams [kurz: MS Teams] in kurzer Zeit eine hohe Reichweite. Durch den Strategiewechsel von Skype for Business hin zu MS Teams wurde zudem schnell eine hohe Relevanz und insbesondere „Consumption“ erzielt. Mit der Integrationsfähigkeit zahlreicher Business Apps wurde schließlich auch die (pot.) „Consumption Rate“, also der direkte und indirekte Nutzen gesteigert – und so die Relevanz abermals erhöht.

    Unter dem Strich bedeutet dies: Für Unternehmen mit einer klaren Microsoft-Strategie im Bereich Client bzw. bei Office-Produktivitätslösungen ist MS Teams das zentrale Tool für die Zusammenarbeit und Kommunikation. Für alle anderen: Nicht mehr als eine Option.

    Heute ist MS Teams eine relevante Lösung mit klar sichtbaren Schwächen. Microsoft arbeitet eine definierte Roadmap konsequent ab, um die Lösung permanent zu verbessern. Dies geschieht gegenwärtig bereits schneller, als die Mehrzahl der Anwender(unternehmen) die neuen Funktionen und Möglichkeiten in ihren Arbeitsalltag/in ihre Organisation integrieren können. Kurzum: MS Teams ist wie Vanille: Für 80 Prozent der Leute passt es schon.

    Der „Sweetspot“ von MS Teams liegt nicht in einer besseren „Collaboration“ oder Kommunikation der Mitarbeiter. Er liegt – mittelfristig bis langfristig – in der maximalen Automatisierung und einer Verdrängung des Produktionsfaktors Arbeit. Alles andere ist Fugazi!

    Fakt ist: Bei MS Teams geht es perspektivisch nicht um die Vernetzung von Menschen, und auch nicht um das einzelne Individuum. Es geht um den Prozess, um den Arbeitsablauf. MS Teams kann als eine Grundlage gesehen werden, Arbeitsabläufe und Prozesse systematisch zu erfassen, zu analysieren und zu optimieren. MS Teams bietet die Basis für die nächste Stufe der Prozessautomatisierung und Rationalisierung. Grundlage hierfür ist die Power Plattform; also aktuell Power Apps, Power Automate, Power Virtual Agents und Power BI.

Wo liegen die Fallstricke bei der Einführung von Microsoft Teams?

  • Wird MS Teams nicht richtig im Unternehmen eingeführt, kommt es zwangsläufig zu qualitativ schlechter(er) Kommunikation. Größtes Problem: „Digitaler Lärm“; also permanente umfangreiche und qualitativ schlechte Kommunikation. MS Teams hat einen zentralen Nebeneffekt: Der Kommunikationsaufwand steigt, wenn im Unternehmen/bei den Mitarbeitern kein Verständnis für Kommunikationshygiene besteht.

Ihr wichtigster Ratschlag für Unternehmen, die Microsoft Teams für sich nutzen wollen?

  • Hier ein Auszug meiner wichtigsten Empfehlungen für Unternehmen, die MS Teams nutzen (wollen):

    • MS Teams darf nicht als weiteres Kommunikationswerkzeug verstanden werden.
    • Es kann nur als zentrales Element für Kommunikation, Kollaboration und Prozesse einen Mehrwert bieten.
    • MS Teams setzt Vertrauen voraus. Vertrauen basiert auf Erfahrungen von Menschen in Organisationen.
    • Vor einer Einführung von MS Teams muss klar sein, wie es genutzt werden soll. „Hoppla, jetzt komm ich“-Ansätze oder „Einfach mal machen“-Konzepte bringen keinen Erfolg.
    • MS Teams bedingt eine klare Strategie, die über Zusammenarbeit und Kommunikation hinausgeht.
    • MS Teams zielt auf Automatisierung und Optimierung von Arbeitsabläufen ab. Nur Unternehmen, die diesen Mehrwert berücksichtigen, werden langfristig Nutzen ziehen können.